Und dann kam die Flut

Das erstes Septemberwochenende wollten wir (mein Freund, meine Wenigkeit und noch zwei Kumpels) ein ausgedehntes Wochenende in der Natur verbringen und den südöstlichen Zipfel Sachsen mit dem Rad unsicher machen. Wir wollten mit dem Rad ausgehend von Bautzen mehr oder weniger an der Spree entlang nach Zittau und von da nach Görlitz und wieder zurück nach Bautzen und von da wieder in die Heimat an die Spree nach Berlin. Doch leider hatte der Wettergott wohl etwas gegen unsere Pläne und begoss uns fast ununterbrochen mit ordentlich viel Wasser. Wir dachten, das halten wir schon ab und entschlossen uns weiter zu radeln bis wie schließlich in Bertsdorf-Hörnitz bei Zittau ankamen, ziemlich erschöpft und nass bis auf die Knochen in unserer Jugendherberge und wir wollten eigentlich nur noch ins Bett. Und am nächsten Tag bei hoffentlich besseren Wetter unsere Radtour fortsetzten.

Doch das wurde uns vereitelt, denn über Nacht kam die Flut über die von Polen kommende Neiße in die Stadt. Teilweise meterhoch stand das Wasser, ein Glück für uns, das wir etwas weiter weg von der Neiße und der Mandau waren, das gemütliche Bächchen war kaum noch wiederzuerkennen. Zahlrieche Keller überschwemmten und bei einigen stand das Wasser sogar im Erdgeschoss. Viele Anwohner meinten, so was hätten sie noch nicht erlebt und wir ehrlich gesagt auch nicht. Klar, dass da Bilder an das Jahrhunderthochwasser der Elbe wieder aufkamen. Wir unterbrachen unsere Radtour und halfen bei betroffenen Anwohnern aufzuräumen, nachdem das Wasser wieder weg war, den Schlamm wegzumachen bevor er steinhart wurde. Bei vielen betroffenen Gebäuden hilft nur eine Grundsanierung der betroffenen Keller, ein trocknen allein wird nicht ausreichen bei der Menge an Wasser. Die Geräte von Aquapol, die durch die Nutzung von natürlicher Erdenergie aufsteigendes Wasser in Wänden und Kellern aufhalten sollen, brachten bei dieser Naturkatastrophe nichts, aber auch keine andere Horizontalsperre in den Wänden.